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Universitätsklinikum Essen
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Forschung

Gekreuzte zerebelläre Atrophie bei Patienten mit chronischen frontalen Läsionen

Das dargestellte Projekt ist eine Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Timmann-Braun (Klinik für Neurologie Essen) und Herrn PD Dr. Burkhard Pleger (BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum).

In diesem Projekt geht es um die gekreuzte zerebelläre Atrophie bei Patienten mit chronischen frontalen Läsionen. Bei gekreuzter Atrophie handelt es sich um ein Phänomen, dass aufgrund von cerebro-cerebellärer Diaschisis auftritt. Diaschisis bedeutet, dass eine fokale Läsion nicht nur lokal, sondern auch in einem entfernt liegenden, aber über Fasertrakte verbundenen Areal eine gestörte Funktion durch einen reduzierten Metabolismus verursachen kann. Bei chronischen supratentoriellen Läsionen wurde darüber hinaus eine Atrophie des Kleinhirns als Folge des Diaschisis-Phänomens beschrieben. Hierzu gibt es jedoch bislang keine systematischen Untersuchungen, unklar ist wann es zu einer Atrophie kommt und wie das Verteilungsmuster der Atrophie aussieht. Deshalb haben wir in dieser Studie Patienten mit chronischen frontalen Läsionen auf eine gekreuzte cerebelläre Atrophie mittels Voxel-basierter Morphometrie untersucht. Zusätzlich haben wir nach einer Atrophie im Bereich der cerebralen Pedunculi gesucht.

Wir haben retrospektiv eine Datenbank des Max-Planck-Instituts für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig analysiert und die MRTs von 37 Patienten mit chronischen frontalen Läsionen eingeschlossen. Wichtig hierbei war, dass es sich um umschriebene Läsionen handelte, deshalb musste etwa die Hälfte aller gescreenten MRT ausgeschlossen werden, weil zusätzlich zum Frontallappen noch andere Areale betroffen waren. Zusätzlich gab es 52 gleichaltrige Kontrollen. Für die Untersuchung der cerebralen Pedunkuli haben wir die Fläche, gemessen in der Anzahl der Voxel in einer Ebene, im Seitenvergleich betrachtet.  Hierfür wurde die Fläche auf Höhe der Corpora mamillaria manuell eingezeichnet. Eine mögliche cerebelläre Atropie wurde mittels VBM des Kleinhirns analysiert.

Wir konnten mit dieser Studie erstmalig durch VBM eine gekreuzte cerebelläre Atrophie durch chronische frontale Läsionen objektivieren. Das Verteilungsmuster erklärt sich hierbei sehr gut durch die bekannten Faserverbindungen zwischen posterolateralem Kleinhirn und frontalen kortikalen Arealen.

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Frau Dr. med. Katharina Marie Steiner ist als Assistenzärztin bei uns an der Klinik für Neurologie tätig